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Paddeln in Leipzig - wen und was man alles sieh...

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Paddeln in Leipzig - wen und was man alles sieht ...

Paddeln in Leipzig - wen und was man alles sieht ...

Gleich nach Feierabend ist die beste Zeit, um 1, 2 oder auch 3 Mal in der Woche sich ins Paddelboot zu setzen und einfach los zu paddeln. Schon nach ein paar Paddelschlägen ist man ein neuer Mensch.

In Leipzig hat man beste Voraussetzungen, um auf diese Weise einen klaren Kopf sowie Schultern und Nacken wieder locker zu bekommen.

Ob man von seinem Verein, von einem Bootsverleih oder von einem der immer zahlreicher werdenden öffentlichen Stege mit seinem eigenen Kajak oder Canadier losfährt, man bekommt immer etwas Interessantes zu sehen.      


Vom Klingerweg führt mich die Abendrunde meist am Palmgartenwehr vorbei, rechts abbiegend auf dem Elsterflutbett in Richtung Süden.

Zuerst treffe ich die Jüngsten der Trainingsgruppen vom SC DHfK. Diese sitzen meist schon sehr sattelfest in den schmalen, kippligen Schülerbooten und drehen ihre Kreise zwischen der Könneritzbücke und der Plagwitzer Brücke. Die meisten Kapitäne der Motorboote grüßen mit einem freundlichen Ahoi. Sie begegnet man auf dem Flutbett bis zur Sachsenbrücke. Einige drosseln sogar ihre Geschwindigkeit bei der Begegnung mit Paddelbooten. So kann man etwas von den interessanten Beschreibungen der Sehenswürdigkeiten aufschnappen, die eigentlich für die festlich gekleideten Passagiere am Kaffeetisch gedacht sind.  Aber erst einmal muß man als Paddler auf die Wellen achten, denn um diese Jahreszeit fährt man in Leipzig kaum noch mit einer Spritzdecke.

Ein irrer Duft von frischen Linden

Derzeit liegt der schwere Duft von den blühenden Linden über dem Wasser. Zwischen der Sachsenbrücke und dem Schleusiger Weg fahren, verteilt auf der ganzen Strecke, die Rennkanuten von der SG Leipziger Verkehrsbetriebe. Viele junge Mädchen und junge Damen trainieren hier in Canadiern, der einstigen Männerdomäne, mit wachsendem Erfolg. Auf diesem Abschnitt trifft man zu anderen Tageszeiten auch auf Olympiasieger, Weltmeister und andere sehr erfolgreiche Kanutinnen und Kanuten.

Am Ufer neben einer kleinen Schilf-Insel ruhen sich zwei Sportfreunde im Canadier aus. Am Boot erkenne ich, daß sie vom Bootshaus Nonne kommen, ausgeschrieben und offiziell: Kanu - und Freizeitzentrum Leipzig Süd West e.V.

Vom Connewitzer Wehr kommen Paddler in Leihbooten. Manchmal erkennt mal diese am Paddelstil und der Körper- und Paddelhaltung. Meist aber nur an der Bootsbezeichnung. Alle werden freundlich mit einem „Hallo“ begrüßt. Hin und wieder kommt man in der entspannten Atmosphäre ins Gespräch. So wie es bei Paddlern halt üblich ist.  Sicher waren sie auf dem Cospudener See. Der Floßgraben als Verbindungskanal muß bis um 18:00 Uhr durchfahren sein. Dann gilt für weitere zwei Stunden ein Befahrungsverbot, um die dort brütenden Eisvögel zu schützen.

Mit großen Augen beobachtet

Mich treibt es zum Teilungswehr, also am Leipziger Eck nach rechts auf das Elsterflutbett. Rennruderboote, Einer und Zweier, überholen mich locker. Für einen kurzen Moment begegnet man sich. Die meisten sind hochkonzentriert und das „Hallo“ bleibt unerwidert. Macht nix, ist ja nicht böse gemeint.

Der Fluß ist hier breit genug. Man sollte sich jedoch schon rechts halten, denn auf diesem Abschnitt trainieren fast alle Leipziger Wassersportvereine, sowohl Paddler als auch Ruderer.

Dann bin ich doch zu weit rechts gekommen und erschrecke fast, als mich nicht einmal drei Meter neben mir ein Graureiher mit großen Augen beobachtet. Ich entschuldige mich ruhig. Er wartet ab, bis ich endlich vorbei bin.

An der Trainingsstrecke der Slalomkanuten vom Leipziger-Kanu-Club trainieren sieben Kanu-Polo-Spieler. Manchmal „schleiche“ ich mich in Ufernähe an dem „Spielfeld“ vorbei, um nicht in das Spiel verwickelt zu werden. Heute möchte ich nicht stören und kehre um.

Zurück auf Los

Der Ruderachter vom Akademischen Ruderverein zu Leipzig kommt mir entgegen. Der Steuermann grüßt, wie immer freundlich zwischen den Kommandos, „Hallo pooky!“ und ergänzt dieses Mal „Du warst wohl im Urlaub ?“ Zu mehr als „Hallo“ und „Jaa!“ komme ich nicht, dann sind wir aneinander vorbei gehuscht. Nun treffe ich wieder den Canadier vom Bootshaus Nonne. Sie haben sich doch entschieden die kleine Leipziger Runde anzugehen.

Am Schleußiger Weg wird es lauter und je nach Windrichtung riecht man förmlich den Berufsverkehr. Das unruhige Treiben zwischen Schleußig und Südvorstadt erscheint vom Wasser aus auf eine magische Weise beruhigend.

Auf dem Gelände der Kanuabteilung der SG Leipziger Verkehrsbetriebe entsteht endlich ein  modernes Bootshaus. Ein paar Kanuten sitzen gemütlich am Ufer, genießen den Feierabend in der Sonne und winken.

Am Palmgartenwehr fährt ein vollbesetztes Motorboot auf dem Elstermühlgraben zum Stadthafen, der seit Jahren geduldig auf seine Vollendung wartet.

Boote sollten Namen haben

Von einer kleinen Gruppe Freizeitpaddler zeigt einer auf mein Boot ruft mir lachend zu: “Heißen Sie wirklich pooky ? “ Naja, zum einen duzen sich Paddler im Allgemeinen. Egal. Zum anderen kläre ich kurz auf.

Sein Canadier heißt FSN Bindestrich dann folgen 4 Zahlen und V für Verleih ...

Eine gute Stunde ist inzwischen vergangen. Gefühlte fünf Minuten, wenn man bis hier alles gelesen hat. Ich beeile mich, denn gleich trifft sich die Wandergruppe zum MittwochsPaddelTreff. Heute geht es auf der Weißen Elster stromaufwärts.

Die zweite Runde beginnt

Am Limburgersteg kommen uns die beiden Canadierfahrer entgegen. Sie haben vor dem Teilungswehr umgetragen und sind bald an ihrem Bootshaus. Manchmal trifft man sich im Leben nicht nur zweimal.

Die meisten von unserer Wandergruppe paddeln bis in das Kehrwasser hinter den Pistorissteg. Hier kann man in aller Ruhe klönen. Eine kleine Gruppe paddelt weiter stromaufwärts am Teilungswehr vorbei bis zur Brückenstraße. Der heute unüberwindbare Schwall dort, läßt unsere spontane Spinnerei, über den Cospudener See zurück zu paddeln, ins tosende Wasser fallen. Ist besser so.

Auf dem Rückweg streift ein Mink elegant am Ufer entlang. Wir paddeln nun mit der Strömung in Richtung Klingerweg.

Von den Neuen Leipziger Terrassen, dem Neubau an der Nonnenstraße, ertönt ein bekanntes „Hallo“. Einer der beiden Canadier-Paddler war inzwischen zu Hause angekommen.

Ein schöner Feierabend mit vielen Begegnungen geht zu Ende.

Man sieht sich !  Weiterhin viel Spaß beim Paddeln wünscht

#kanufunsport und #kanuralf

Kommentare: 1
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Kommentare: 1

sven aluttis |
AW: Paddeln in Leipzig - wen und was man alles sieht ...
Danke Ralf, wirklich schöne Beiträge......Paddeln in Leipzig war schon immer sehr interessant (-:
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